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Remis  Algen

 

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Norddeutsches Handwerk Niedersächsisches Wirtschaftsjournal Jan/Febr.2010

 

 

NEUE DEUTSCHE PRODUKTE, ÜBER DIE MAN SPRICHT

 Nicht zu viel und nicht zu wenig Jod

Entwicklung algenhaltiger Nahrungsmittel

 In einem Interview am 18. Januar 2010 in Berlin teilte uns der sympathische Produktentwickler Remi Böttcher aus Munster mit, daß er über acht Jahre damit beschäftigt war, ein Produktsortiment von Nahrungsmitteln zu entwickeln, die eine ideale Jodkonzentration für den menschlichen Verzehr aufweisen: Currywurst, Frikadellen, Wienerwürstchen, Bockwurst, Bratwurst, Algenmischbrot und Algenkekse. Bei dem jodhaltigen Inhaltsstoff handelt es sich um die Braunalge Laminaria Saccharina, die in Deutschland als Lebensmittel zugelassen ist.

 Diese Alge wird auf der Sylter Algenfarm unter Leitung von Prof. K.-H. Lüning gezüchtet. Die vegetarischen Algenwurst-Produkte und Frikadellen werden in der Lüneburger Heide von Schlachtermeister Heiko Meyer und die Backwaren vom Bäckermeister Dirk Rogosch hergestellt.

Inhaltsstoffe der Algenwurst
Wasser, pflanzliches Speiseöl, Vollkorn-Getreide, Reis, pflanzliches Eiweiß, Meeresalgen, Paprika, Zwiebeln, modifizierte Stärke, Maltodextrin, Salz, Gewürze sowie Verdickungsmittel.

Es ist Böttcher gelungen, den typischen Algengeschmack zu maskieren. Die New Foods Redaktion fand den Geschmack angenehm, mit einer schwach süßlichen Note.

www.remis-algen.de 

Nr. 68,   29. Januar 2010,    NEW FOODS  VERLAG  HAMBURG, ISSN 0948-7093,  22.Jahrgang,  INTERNET-AUSGABE in deutscher Sprache

 IMPRESSUM
Fachmagazin über Nahrungsmittel-Trends, Neue Produkteinführungen und Forschungsergebnisse aus aller Welt.Eine Publikation der Firma New Foods Congresse und Ausstellungen e.K.


 

Int. Messe Grüne Woche in Berlin 01/2010

 

 

Herd-und-Hof.de - Das Online Magazin für Verbraucher - ISSN 1866-0630

17.01.10 Sylter Algen in Lüneburger Wurstprodukte

Remi Böttcher ist ein Allrounder. Er arbeitet viel und immer mit Handwerksmeistern zusammen, so dass er über lange Jahre in vielen Bereichen praktische Berufserfahrungen gesammelt hat. Wenn er dann auch noch mit Trappern in Kanada auf dem Steg sitzt, um die Seele baumeln zu lassen, dann bleiben Einfälle nicht aus. Im Marketingdeutsch übersetzt heißt das: Innovation, Authentizität, Erfindergeist, Durchhaltevermögen und Marktgespür – und ein wenig vom niedersächsischen David gegen die Handelsmächtigen; aus Munster in der Lüneburger Heide.

Sylter Algenfarm
An einem kanadischen Abend setzte sich der Begriff „Alge“ fest, als Remi Böttcher auf dem Steg in Kanada saß und mit dem Trapper plauderte. Bei ihm allerdings sind solche spontanen Assoziationen der Beginn einer Produktentwicklung. Als er drei Monate später wieder in Deutschland war, hörte er von der Sylter Algenfarm von Professor  Lüning im Alfred-Wegner-Institut. Von da an war sein Ziel, zunächst für Bekannte eine gesunde und vegetarische Wurst herzustellen. Ende der 1990er Jahre begann er mit Spirulina-Pulver zu experimentieren, was aber noch sehr teuer gewesen ist. Die Algenfarm auf Sylt bot ihm den Naturrohstoff günstiger an. Und Algen sind gesund. Sie enthalten Jod, Selen, Kalzium und Magnesium, was bei den meisten Lebensmitteln heute im Defizit ist. Über acht Jahre lang hat er experimentiert und gegen die Behörden gekämpft, bis er vor rund zwei Jahren die Zulassungen für seine Algenwürste erhielt.

Ausdauer als Erfolgsfaktor
Die Neuzulassung von Lebensmitteln ist ein langwieriges Geschäft und kostet Herstellern Millionen. Remi Böttcher hat es mit Ausdauer und Engagement geschafft. Wenn die Experimente ins Stocken gerieten, dann tankte er in der kanadischen Wildnis wieder neue Kraft. Er hat mit einem Anteil von 80 Prozent Algen in der Wurst begonnen. Da war den Behörden noch der Jodanteil zu hoch und Böttcher hat so lange an der richtigen Zusammensetzung gearbeitet, bis die Behörden letztlich um die Genehmigung nicht mehr herum kamen.
Geholfen haben ihm dabei die Forschungsergebnisse aus Sylt, die über die Algen angefertigt wurden. In drei Monaten wachsen die Algen bis zu einer Größe von bis zu 30 Zentimetern heran und gelten als Jungalgen, die mit ihrem Jodgehalt den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.
Die Behörden waren aber nicht die einzigen Hindernisse. Zunächst wollte Remi Böttcher nur eine vegetarische Bratwurst herstellen, die nicht nach vegetarischen Produkten aussieht. Mittlerweile sind Frikadellen, Currywurst, Aufschnitt und Wiener Würstchen hinzugekommen. Die Bratwurst geräuchert. Mal blieb aber der Rauch nicht hängen, mal platzten die Würste auf. Doch nach mehr als acht Jahren Entwicklung ist eine ansehnliche Produktpalette herausgekommen. Mittlerweile auch Algenkekse und Algenbrot.

Unverfälscht und Original
In der Zeit von Gammelfleische bot Böttcher seine Produkte auch dem Lebensmittelhandel an. Die waren interessiert, das Produkt aber zu teuer. Sie schlugen vor, auf Überseealgen auszuweichen oder andere Inhaltsstoffe billiger zu machen. Aber verbiegen lässt sich Böttcher nicht.
Die Sylter Algenfarm wird derzeit privat weiter betrieben und ist an eine Austernzucht angegliedert. Die Austern filtern das einströmende Meerwasser so sauber, dass die Algen praktisch unter kontrollierten Bedingungen wachsen. Im Gegensatz zu Algen aus Übersee eine Qualitätssicherung. Darauf wollte Böttcher nicht verzichten und verkauft seine Würste lieber selbst. Online und bei kleinen Fleischereien bis nach Bremen, die ihren Kunden attraktive Alternativen anbieten wollen.
Das erste Mal auf der Grünen Woche hat er nicht nur die Besucher begeistern können, sondern sogar schon den ersten Fleischer, der die Algenwürste in sein Sortiment aufnehmen will. Warum Fleischer vegetarische Produkte aufnehmen, weiß Böttcher: Frauen essen eher vegetarisch, Männer eher Fleisch. Wenn sie einkaufen gehen, finden sie jetzt bei manchem Metzger Produkte für sich und ihrem Partner.

Remis Algen Spezialitäten finden sie in der Halle 5.2a Stand 114

Roland Krieg (Text und Fotos)

 

Hier sind einige weitere Bilder unseres 10 Tages Standes auf der Grünen Woche in Berlin im Jan. 2010

 

 

Kommentar des Herstellers zur Messe in Dresden 2009


Ich habe mich sehr über das gewaltige Interesse auf der Kulinaria + Vinum in Dresden gefreut.
Mein besonderen Dank möchte ich an alle Neukunden, die unsere Weltneuheit zum ersten mal probieren
durften, richten.
Wir haben wie immer, wenn wir uns auf einer Messe präsentieren,
über 85 % positive Meinungen erhalten und damit habe ich vor einigen
Jahren nicht gerechnet und auch nicht in meine kühnsten Träumen.
Mein Ziel ist maximal 40 % gewesen, mit dieser enormen Entwicklung
konnte aber auch keiner rechnen. Nicht einmal die so genannten
Fachleute haben diese gewaltige Entwicklung sehen können.
Das wundert mich auch gar nicht, denn alle sehen nur die Gewinnspanne
und nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung.
Wie gut das ich nur auf meine Intuition gehört habe.
Die Menschheit möchte sich nicht mehr von chemischen Müll ernähren,
sondern sie möchte GUTE und EHRLICHE Nahrungsmittel.
Die Zeit der krankmachenden und versetzten Nahrungsmittel wird Stück
für Stück vom Markt verdrängt. Schön das immer mehr Menschen
sich über Nahrungsmittel und deren Inhaltsstoffe erkundigen.

Remis-Algen-Spezial
Remi Böttcher
März 2009

Algenwurst auf der Messe in Dresden 2009

Bremer Zeitung Januar 2009

 

 

Die erste Slow Fisch Messe in Norddeutschland
Veranstalter Slow Food
Bremen 7. - 9.11.2008

Die erste Messe, die von Firma Remis-Algen-Spezial ausgeführt wurde, war ein voller Erfolg.
Wir haben über 95% positive Meinungen erhalten und ich fühle mich bestätigt, das ich alles richtig gemacht habe. Denn wenn jemand ein absolut neues Lebensmittel auf den Markt bringt, ist er schon froh, wenn er überhaupt positive Meinungen erhält.
Somit habe ich einen gewaltigen Schub bekommen und bedanke mich auf diesem Wege bei allen, die an meinem Stand auf der Slow Fisch in Bremen meine Produkte probiert haben und den Geschäftsleuten für das große Interesse an meinen Produkten.
Auf diesem Wege möchte ich auch gleich den großen Discountern mitteilen: Tauschen Sie doch einmal ihre Einkäufer aus, die wieder einmal die Zeit der Zukunft verschlafen haben, wie zur Zeit der Bioprodukte. Diese hat man damals auch belächelt und nicht daran geglaubt. Denn die Menschen möchten sich auch einmal gesund ernähren und fangen dank der Medien an, über die Lebensmittel nachzudenken, die von den Discountern als Lebens- oder Nahrungsmittel angeboten werden. Haltbarkeitsstoffe, Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel usw. usw., all das benötigt kein Mensch.
Eigentlich wundert es mich gar nicht, das so viele Menschen Allergien, Mangelerscheinungen oder Krankheiten haben, die sich angeblich niemand erklären kann.
Ich kann mir so etwas recht gut erklären, ohne es studiert zu haben. Ich habe einfach nur einmal angefangen, Fragen zu stellen, sollten eigentlich auch die Ärzte (!!!) einmal über Nahrungsmittel nachdenken.
Nach der Slow Fisch Messe habe ich festgestellt, das immer mehr Menschen es mir gleich tun und das wird auch langsam Zeit, denn ein Nahrungsmittel, welches in Deutschland hergestellt wird und wertvolle sowie
gute Zutaten, die aus Deutschland kommen, in sich tragen, kann man nicht für ein paar Cent verkaufen.

Die Slow Food Bewegung zeigt es sehr deutlich: Immer mehr Menschen legen Wert auf heimische und gute Produkte, denn sie merken an sich selbst, das es ihnen dadurch besser geht.
Die Menschheit benötigt wirklich keine angereicherten, sowie verseuchte und auf billig getrimmte Nahrungsmittel, denn das Gesundheitswesen gibt es nicht mehr her.
Die Menschheit sollte anfangen, den körpereigenen Motor wieder mit Super zu tanken, anstatt mit gepanschtem Normal, damit er wieder reibungslos funktioniert.

Ich habe selbstverständlich auch einige Bilder von der ersten Slow Fisch Messe ins Netz gestellt,
die Sie sich gerne anschauen können.
Wir hatten den Eindruck vermittelt bekommen, das von den über 15.000 Besuchern in Bremen so ziemlich jeder an meinem Algenwurst Stand gewesen ist und solch ein Gefühl ist einfach schön, auch wenn ich an diesen 3 Tagen jeden Abend ziemlich heiser war.

Mit besten Grüßen
Remi Böttcher

Nov. 2008

 
   

 

       

 Juli 2007

 

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30.11.2007 LZ

08.12.2007 Insel - Bote

   

 

Wenn Sie einen Zeitungsartikel über unsere Algen haben, den wir noch nicht veröffentlicht haben, freuen wir uns über die Zusendung des Originals und belohnen Sie mit einem Beutel  Algenkekse.

11.01.08

Böhme-Zeitung

Ab sofort können Sie diese Produkte online kaufen
 

14.06.2007
Büsumer Nachrichten
Algen für Grill und Kochtopf
Remi Böttcher stellt Würste und Frikadellen aus Meeresgemüse vor
Büsum
"Die Wurst schmeckt" sagt der Wissenschafts-Staatssekretär Jost de Jager über die Algenbratwurst. Probiert hat er sie gestern im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Neues aus dem Meer" in Büsum. Sein Fazit: Die vegetarische Wurst hätte auch auf seinem Grill ein Plätzchen - Senf darf aber nicht fehlen.
Entwickelt und in Büsum vorgestellt hat die Bratwurst Remi Böttcher aus Munster (Landkreis Soltau-Fallingbostel in Niedersachsen). In seiner Produktpalette hat er außerdem noch Curry-Wurst, Hamburger und Frikadellen, bietet aber auch Brot und kleine Plätzchen mit Algen an.
Die langen, grünen Fäden aus dem Meer entdeckte er zufällig: "Ich war in Kanada, lernte einen Schamanen kennen, der mir das Leben rettete. Plötzlich hatte ich die Algen im Kopf." Sie ließen ihn nicht mehr los. Gleichzeitig fing er an, Wurst selbst zu machen und wollte nicht mehr auf Produkte aus dem Supermarkt zurückgreifen, bis er eines Morgens im Fernsehen einen Bericht über die Algenfarm Sylt sah.
Der Kontakt und die spätere Kooperation zu Professor Dr. Klaus Lüning von der Sylter Algenfarm entstanden. Die produziert derzeit jedes Jahr rund eine halbe Tonne der Braunalge Laminaria, so die wissenschaftliche Bezeichnung. Zu wenig, wie Lüning findet. Allerdings sei der Markt noch neu. Einige Restaurants würden bereits Gerichte mit Algen anbieten. Außerdem ist er zuversichtlich, daß das Meeresgemüse in ein paar Jahren sogar den Supermarkt und den heimischen Herd erobern könnte.
"Wenn es das tiefgefroren gibt, dann könnte es so wie Spinat genutzt werden", sagt Dr. Klaus Lüning. Doch so weit sind die Algenliebhaber noch nicht. "Deutschland ist ein schwieriger Markt", weiß Remi Böttcher, der selbst regelmäßig zur Algenernte nach Sylt fährt6. Damit meint er nicht nur die Skepsis von Verbrauchern, sonder auch viele Produktvorschriften. Im Laufe der Jahre mußte er beispielsweise den Anteil der Algen immer wieder reduzieren. Der macht gerade noch zwei Prozent aus.
Da sie jedoch einen hohen Jodanteil haben, kann sich Böttcher gut vorstellen, daß sie sich durchsetzen werden. Schließlich habe in Deutschland jeder zweite einen Jodmangel. Auch Vegetarier sieht er als Zielgruppe. Denn obwohl er Algenwurst und Algen-Hamburger auf Grill und Tisch legt, sind die Produkte fleischlos. Neben Algen gehören unter anderem Getreide, pflanzliche Öle, Paprika, Zwiebeln und Reis zu den Zutaten.
Für Metzger Heiko Meyer, der ebenfalls aus dem Landkreis Soltau Fallingbostel stammt und die Würstchen herstellt, ist das kein Widerspruch. Bearbeitet würde die Rohmasse wie jede andere Wurst auch. Auch auf dem Grill gibt es keine Unterschiede. "Sie braucht genau so lange."
Janina Junghans, Praktikantin der Verbraucherzentrale ist noch skeptisch, ob sie Algenwürstchen grillen würde. "Nach Wurst schmeckt es nicht. Mir fehlt etwas der Biss", ist ihr erster Eindruck. "Vielleicht geht es mit Ketchup" überlegt sie weiter und findet den Geschmack des Algen-Brotes besser.
Zu kaufen gibt es Würstchen, Frikadellen und Aufschnitt jedoch noch nicht im Geschäft. Derzeit stellt Remi Böttcher seine Algen-Spezialitäten vorwiegend während unterschiedlicher Veranstaltungen vor. "Wir warten noch auf das OK vom Veterinäramt", sagt Heiko Meyer über den Vertrieb der Waren. Das könnte innerhalb von vier Wochen kommen. Wenn es da ist, dann kann sich Meyer auch vorstellen, die Algenwurst künftig neben Fleischwaren anzubieten.
 


Foto:
Remi Böttcher brät die Algenwürstchen. Algen können aber auch im Kochtopf zubereitet werden.

http://www.remis-algen.de

 

Januar 2008 Zeitung aus Bremen

Bratwürstchen aus Braunalgen
Remi Böttcher hält Patent auf Fleischersatz-Produkte mit Tanggeschmack
Munster - Sylt
Neptuns Dreizack erhebt sich aus dem wogenden Meer. Auf den Zinken ist nicht etwa ein Fisch aufgespießt, sondern eine Grillwurst - goldbraun gebraten.
So sieht das Logo von Remi Böttcher aus. Der 51-Jährige macht Bratwurst, Frikadellen, Aufschnitt, Currywurst und Wiener. Schwein kommt ihm aber nicht in den Darm.
Denn der Mann aus Munster in der Lüneburger Heide hat einen Fleischersatz mit der Braunalge Laminaria entwickelt, die vor Vitaminen, Spurenelementen, Eiweiß, Antioxidantien und Mineralien strotzt.
"Algen sind kein neues Lebensmittel, sie sind nur in Deutschland vergessen worden", sagt Böttcher. In Japan, Korea oder China klemmt die auch als Zuckertang bekannte Braunalge seit
Jahrhunderten als traditionelles Gemüse zwischen den Stäbchen. Böttcher kam die Idee für seine Wurstwaren 1998 mitten in der kanadischen Wildnis.
Fast ein Jahrzehnt tüftelte der kulinarische Abenteurer an einer fleischähnlichen und möglichst bissfesten Algenrezeptur und kämpfte vor allem für die Genehmigung seiner Würste.
"Wenn man in Deutschland ein neues Produkt auf den Markt bringen will, rennt man gegen eine Wand", klagt der Erfinder. Trotzdem hat Böttcher so lange die Zutaten neu gewichtet und Anträge gestellt,
bis die Behörden seine Produkte zuließen. Nun hat Böttcher zehn Jahre lang das Patent auf Algen-Wurstwaren jeder Art.
Mit der ausgefallenen Kost will der Unternehmer auch in Kanada Fuß fassen. "Dort kann ich die Produkte so machen, wie ich sie gern hätte", sagt Böttcher. In Nordamerika bestehen seine Würste
fast zur Hälfte aus Alge und haben einen kräftigen Tanggeschmack. In Deutschland darf nur bedeutend weniger der stark jodhaltigen Braunalge in den Fleischersatz - wie viel genau ist Geschäftsgeheimnis.
"Das Gute daran ist, daß der Vegetarier so an Jod kommt", sagt der Meeresbiologe Klaus Lüning von der Sylter Algenfarm. "Das ist ein hochwertiges Lebensmittel." Auf der Nordseeinsel wachsen in riesigen
Meerwassertanks jene Braunalgen heran, die in der Lüneburger Heide von Böttcher verwurstet werden. "Der hat im Mai 500 Kilo aufgekauft, unsere gesamte Ernte", sagt Lüning.
Böttcher hat seine halbe Tonne Algen eingefroren und produziert frisch je nach Auftragslage. "Es ist schwer, jemanden, der mit Fleisch umgeht, davon zu überzeugen, vegetarische Produkte herzustellen", sagt
der 51-Jährige. Erst nach langer Suche hat er in Bispingen einen Heidefleischer gefunden, der für ihn wurstet. In den Kutter kommen neben den Algen noch Vollkorngetreide, Reis, Eiweiß, Paprika, Zwiebeln, Öl und Gewürze.
Die fertigen Würste werden gebrüht oder in Buchenholz geräuchert.
An der Rezeptur lässt Böttcher nicht rütteln. Deshalb seien bisher auch Verhandlungen mit Lebensmittelketten gescheitert, die oft mit billigen Ersatzstoffen und den teils belasteten Import-Algen aus asiatischer
Massenproduktion arbeiten wollen, sagt er. Er setzt jetzt auf selbstständige Händler, Delikatess-Geschäfte und den Direktvertrieb über das Internet. Um die 30 Euro kostet ein Kilo Aufschnitt, Frikadellen oder
Bratwurst. Zurzeit ist Böttcher froh, wenn er mit den Erlösen die Unkosten decken kann. "Wenn ich das wegen des Geldes gemacht hätte, hätte ich schon aufgeben müssen."
> Internet   http://www.remis-algen.de/News.htm

 

25.01.2008 Österreichs Gesundheitsmagazin LEBEN

 



Neue Osnabrücker Zeitung 08.12.2007

Alles aus Algen! Remis Böttcher will die USA erobern
Von Melanie Wassink 16. April 2010, 06:18 Uhr
Hamburger Abendblatt www.abendblatt.de.
Ein norddeutscher Unternehmer verkauft Würstchen und Frikadellen ohne Fleisch - das Geschäft floriert. Jetzt will er die USA erobern.
Hamburg. Remis Böttcher hat die Currywurst frisch aufgeschnitten. Appetitlich dampfend liegt sie auf dem Teller, die braune Hülle sieht aus wie der Klassiker aus Schwein, nur das Innere geht optisch etwas mehr ins Gelb-Rötliche. Der erste vorsichtige Biss verblüfft: Es schmeckt gut, vielleicht etwas mehr nach Paprika als üblich, auch ein wenig mehr Knackigkeit wäre schön, aber ansonsten kann die Bratwurst mit dem Original mithalten. Dabei hat das Innenleben der Leckerei so wenig mit einer üblichen Wurst gemeinsam wie ein Tofuwürfel mit einer Haxe. Es ist ein Algenwürstchen.
"100 Prozent vegetarisch, dafür muss kein Tier sterben", sagt Remis Böttcher, und der 53 Jahre alte Naturliebhaber steht auch ganz persönlich für seine Erfindung: Schon vor Jahren entschied sich der ehemalige Holzfäller, möglichst alle seine Lebensmittel selber herzustellen, aus "gesunden Zutaten", wie er sagt.
Was vor Jahren als ein Experiment in der eigenen Küche begann, hat sich für den Tüftler aus Munster in der Lüneburger Heide inzwischen zu einem guten Geschäft entwickelt. Heute liegen seine patentgeschützten Produkte, neben der Currywurst auch Algenfrikadellen, Algenwiener, Algenaufschnitt oder Algenkekse, bei Feinkostgeschäften oder in Fleischereien rund um Bremen in der Theke. Neuerdings gehören auch sechs Edeka-Läden in Berlin zu den Abnehmern der Produkte, die rund 3 Euro pro 100 Gramm kosten. Auch das Internetgeschäft mit Algenfans in der ganzen Republik läuft gut, sagt der Unternehmer. 600 Kilo produziert er inzwischen im Monat, oder besser: lässt er von seinem Hersteller, Miterfinder und Schlachtermeister Heiko Meyer aus Bispingen, mischen, in Därme füllen und teilweise über Buchenholz räuchern.
Die Fleischwirtschaft kommentiert die Algenoffensive als "netten Gag", wie es Thomas Vogelsang, Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Fleischwarenindustrie, formuliert. Immerhin setzt Böttcher aber auf einen Trend, den auch die traditionellen Wursthersteller verfolgen. Denn auch sie verabschieden sich von der Wurst mit 100 Prozent Fleisch. "Die Lebensmittelvorschriften zwingen uns heute nicht mehr, hauptsächlich Fleisch in die Wurst zu füllen", sagt Vogelsang. Als Antwort auf das steigende Gesundheitsbewusstsein kämen nun auch Geflügelmortadella mit Olivenöl statt Schweinespeck oder eine Brühwurst mit Körnern in die Fleischtheke. Auch Böttcher profitiert von der Sensibilität der Kunden und natürlich von den rund sechs Millionen Vegetariern in Deutschland. Er kann bereits von seinen Algenprodukten leben und - wichtig für den Lebenskünstler - seine Reisen zu seinem Traumziel Kanada finanzieren.
Auch die Entstehungsgeschichte der Tangprodukte führt in das Land zwischen Atlantik und Pazifik. Bei einem seiner monatelangen Trips durch die kanadische Wildnis war Böttcher die Idee gekommen, Algen für Lebensmittel zu nutzen. "Viele Menschen sind schlecht mit Vitalstoffen versorgt, deshalb wollte ich ein neues, gesundes Nahrungsmittel produzieren", sagt der Abenteurer, der sich immer wieder von den Ureinwohnern Kanadas inspirieren lässt und derzeit in einem Wohnwagen lebt.
Anfangs habe er bei seinem Plan für die Weltneuheit allerdings etliche Tiefschläge überwinden müssen. Es galt, einen kreativen Produzenten zu suchen, den er mit Heiko Meyer inzwischen gefunden hat. Er experimentierte mit Süßwasseralgen, die aber bei der Konsistenz zu wünschen übrig ließen, "da fehlte mir der Knackeffekt". Und er musste, vielleicht das Schwierigste, die Lebensmittelbehörden in Deutschland überzeugen. Den Prüfern war wegen der Algen zu viel Jod in den Würstchen, deshalb enthalten sie jetzt neben dem Meeresgemüse auch Reis und Paprika. Dann ging es darum, einen verlässlichen Lieferanten für die Wasserpflanze zu finden, die sonst hauptsächlich in der asiatischen Küche Verwendung findet und mit einem jährlichen Verbrauch von neun Millionen Tonnen dort schon nicht mehr zu den Nischenprodukten zählt.
Doch Böttcher misstraute den asiatischen Herstellern, die immer wieder mit schädlichen Zusätzen in die Schlagzeilen geraten, und stieß schließlich auf Deutschlands nördlichsten Punkt, List auf Sylt. Dort betreibt Professor Klaus Lüning seine Sylter Algenfarm, und Böttcher, der den Meeresforscher heute nur noch "Algengott" nennt, hatte seinen idealen Lieferanten sozusagen vor der Haustür gefunden. Er nimmt dem Aquakultur-Betreiber inzwischen jährlich bis zu 2000 Kilo der Braunalgenart Laminaria ab.
Einen weiteren Algenfreund hat Böttcher zudem in seinem Lieblingsland gefunden. Ein deutscher Gastronom vertreibt seine Algenwürstchen in Kanada in Lizenz und hat dort mittlerweile mehr Kunden gewinnen können als Böttcher in Deutschland. Das überrascht kaum, denn in Kanada hat es zuletzt noch größere Fleischskandale als hierzulande gegeben. Für den findigen Niedersachsen Grund genug für weitere Wachstumspläne: "Jetzt nehmen wir die USA ins Visier."